Zielgruppe

Die Gruppe von Menschen mit Defiziten im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung ist sehr unterschiedlich. Den typischen Analphabeten gibt es nicht. Trotzdem lassen sich Faktoren benennen, die dazu führen, dass Menschen so schlecht lesen und schreiben können, dass dies ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt. Außerdem lassen sich bestimmte Bereiche eingrenzen, in denen die Problematik verstärkt auftritt. Gemeint sind damit zum Beispiel Alters- oder Berufsgruppen.

Definitionen zur Zielgruppe

Laut Alphabund ist „geringe Literalität“ gegeben, wenn die schriftsprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverständlich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Das heißt also, wenn eine Person nicht in der Lage ist, aus einem einfachen Text eine oder mehrere direkt enthaltene Informationen sinnerfassend zu lesen und/oder sich beim Schreiben auf einem vergleichbaren Kompetenzniveau befindet. Die UNESCO spricht von Menschen mit geringer Literalität bei Unterschreiten der vollen Teilhabe im Lesen, Schreiben und Rechnen. Im Rahmen der leo.- Level One Studie wird nach Alpha-Level 1-6 ausdifferenziert, wobei Level 1-3 dem Begriff der “gering literalisierten Menschen” zugerechnet wird.

alphalevel

 

Zahlen zur Zielgruppe

2011
Laut den Studienergebnissen der leo.- Level One Studie sind 7,5 Millionen Menschen in Deutschland den Funktionalen Analphabeten zuzurechnen. Dies entspricht einem Anteil von 14,5 % an der Gesamtbevölkerung. Als sicherlich überraschend kann gewertet werden, dass 57 % der Betroffenen angaben, erwerbstätig zu sein. Der überwiegende Teil der erwerbstätigen Personen arbeitet dabei in eher „einfacheren Tätigkeiten“ wie Hilfskraft Baugewerbe, Hilfskraft Gastronomie und Hotel sowie im Transport und Frachtgewerbe. 58 % sprechen Deutsch als Erstsprache und 42 % als Zweitsprache. Fast die Hälfte der Funktionalen Analphabeten schlossen die Schule mit dem Hauptschulabschluss ab, weitere 19 % erworben die Mittlere Reife.

2019
Die Stichprobe von LEO 2018 umfasst 6.681 Personen plus einer Zusatzstichprobe von 511 Personen aus dem unteren Bildungsbereich. Waren in der Studie aus dem Jahr 2011 noch 14,5% der Bevölkerung gering literalisiert, ist der Anteil in der aktuellen Studie auf 12,1% zurückgegangen. Die entspricht rund 6,2 Millionen Menschen.

41,7% der gering literalisierten Erwachsenen sind Frauen, 58,4% sind Männer. Die Studie stellt außerdem fest, dass Erwachsene über 45 Jahre den größeren Teil der gering literalisierten Erwachsenen ausmachen. Bei 52,6% ist die Herkunftssprache Deutsch, bei 47,4% ist es eine andere Herkunftssprache. 40,6% der gering literalisierten Stichprobe besitzt einen niedrigen Schulabschluss, 22,3% keinen Schulabschluss

Weitere Zusammenstellungen und Themen die Zielgruppe betreffend werden im Laufe der Bündnisarbeit hier veröffentlicht.